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Bayern...

....darf man ja eigentlich nicht sagen. Ich bin nach Franken gereist als hier in Berlin die Wohnungsgesellschaft anrief und nach monate langem betteln und verhandeln eines Wohnungshilfevereins dann doch der anruf kam "Mit der Schufa können Sie bei uns aber nicht einziehen."

Was war passiert?

Die Frau die für mich zuständig war hat wohl wie ich das gehört habe eine Krankheit durch die sie öfter ausfällt. Eine Kollegin hat sich meine Akte geschnappt und als erstes auf die Schufa gesehen und dann natürlich direkt abgelehnt ohne das dem Vorstand vorzulegen. Sie will ja ihren Job behalten. Die Frage ist aber warum wird in dem Hochhaus auf die Schufa geguckt? Es wohnen ja nicht in allen Wohnungen Leute die über den Wohnungshilfeverein, also über einen sozialen Träger dort eingemietet werden. Die anderen die dort wohnen sind zu 90% Schnapsleichen und Hartz4 Empfänger, wenn überhaupt. Einige sehen eher aus als würden Sie Sozialhilfe bekommen weil sie gar nicht arbeitsfähig sind.

Ich suche ja dringend Wohnraum nur die Frage ist um welchen Preis. Wenn ich dieser Tage in meinem Wohnwagen in 3 Pullover gehüllt in meinem Bett sitze und meinen Atem vor meinem Gesicht sehe weil es so kalt ist denke ich mir natürlich "Scheiße, ich hätte direkt zurück nach Berlin fahren sollen." Andererseits will ich das stressige Abenteuer was ich in dieser Mail schildere nicht missen. Das war zwar alles ziemlicher Käse aber doch irgendwie immer spannend.

FEUCHT

Und damit meine ich nicht den Wohnwagen. Der ist zwar auch feucht aber ich hatte den Tag vor meiner Abreise mit einem Gasthofbetreiber aus Feucht bei Nürnberg gechattet. Er betreibt eine Sportgaststätte in einer winzigen Ortschaft oben am Berg. Der Sportverein dort hat einen Fußballplatz der nicht im entferntesten an die Größe eines normalen Fußballfeldes heran kommt.
Er bot mir an die Wohnung anzumieten die oben über der Gaststätte ist. Er wollte noch mit dem Sportverein sprechen ob ich eventuell als Platzwart arbeiten kann um die Miete dann quasi geschenkt zu bekommen aber als ich dort ankam hatten die grade jemanden eingestellt. Die Miete hätte ich also doch vom Jobcenter bzw. dort unten heißt es ARGE bekommen müssen. Die Wohnung war winzig. Eher so eine Art Dachbodenzimmer mit einem Klo.
Wir saßen dann unten in der Gaststätte und er verstand meinen Humor so gar nicht. Er war immer Landbevölkerung und wird es auch immer bleiben. Er war mal Hetero und hat eine Tochter. Jetzt arbeitet er manchmal in einem schwulen Club als Transvestit. Eines der beiden Zimmer der Wohnung war sein Lager für Kostüme. Er reitet gerne und ist jeden Tag beim Pferd. Das einzige was er an Bildung mitbekommt ist wenn sich jemand in den Gasthof von außerhalb verirrt und mal Geschichten erzählt.
Als er mir dann aus dem Telefonbuch Firmen in der Umgebung raus suchte die eventuell Jobs haben könnten fragte ich wegen des Telefonbuchs "Ist das einer von diesen alten Laptops ohne Batterien?". Das war gar nicht böse gemeint. Ich habe nur lange niemanden mehr gesehen der ein papierhaftes Telefonbuch aufschlägt. Er war jedoch einer dieser Menschen die den Computer und Gayromeo ankriegen aber nicht wissen was der Browser ist.
Als er am Nachmittag kurz nach Hause fuhr und nach seiner Tochter sah saß ich auf seiner Terrasse und surfte auf Gayromeo. Er loggte sich ein und schrieb mir das ich doch bitte abreisen möge. 3 Stunden nachdem ich angekommen war fuhr ich also wieder ab.

ERLANGEN

Ich hatte die Tage auch mit jemandem gechattet der 56 war. Normalerweise schreiben mir Leute in dem Alter "Hi! Bock auf Ficken?". Er plenkelte eher so vor sich hin. Über nichts und alles. Er schrieb so das man vermuten wollte er wäre ein Brite und tatsächlich. Mein alter Englischlehrer von der Sprachschule hatte mich zufällig wieder gefunden. Ich konnte mich an ihn überhaupt nicht erinnern. Erlangen und die Sprachschule sind 15 Jahre her und ich hatte alles in Franken verdrängt weil meine Mutter seit der Scheidung meiner Eltern der festen Überzeugung war "Ihr ward keine Wunschkinder" - "Du kommst nach deinem Vater" (den ich 25 Jahre nicht gesehen habe) - "Zieh bloß nicht aus, das kostet so viel." - "Du willst doch nicht mit blondierten Haaren nach Franken kommen...das sieht so schwul aus." ("Ja und? Ich bin ja auch schwul!). Meine Mutter hatte also die ganze Gegend um Erlangen und meine alten Orte von Schule und ersten Erfahrungen für mich versaut.
Als ich bei meinem ehemaligen Lehrer ankam erinnerte ich mich überhaupt nicht an ihn. Auch die Gebäude der Schule waren mir nicht mehr in Erinnerung. Er wohnt genau über der Schule im Dachgeschoss. 2 Etage mit steilen Treppen. Sowohl meine Hündin als auch ich kamen jedesmal hechelnd oben an.

Bei ihm wohnte ich dann 6 Wochen und versuchte solange eine Wohnung in Erlangen zu finden. Das war nicht möglich. "Was Sie haben keine Wohnung? Ohne Wohnung kein Job. So können wir sie nicht anstellen?" und ohne Job auch keine Wohnung. Und mit Hund will in Franken keiner einen Mieter aufnehmen. Das merkwürdige war aber das viele Wohnungen mit Garten waren. Also ideal für den Hund. Auch hat jeder andere Mieter einen Hund. Nur ich durfte nicht.
Und die Wohnungen wo ein Hund erlaubt wäre waren alle mit Makler. Maklergebühren übernimmt das Amt aber nicht.

Dann sah ich einen Lichstreif am Horizont als ich eine Firma in Potsdam fand die für LUX Tools, also die Obi-Günstig-Baumarkt Version von Werkzeugen einen Regalauffüller suchten. Ein paar Schraubenpäckchen ins Regal hängen kann doch nicht so schwer sein dachte ich mir. Ich machte einen Tag mit. Unvergütet. Einen Probetag ohne Versicherung und Schutz. Weil ich ja so stark aussehe sollte ich schwere metall Halter die im Boden eingelassen Gartenzäune halten und anderen Mist in die Regale packen. Die Leute verwechseln immer wieder breit mit stark und scheinen zu denken weil ich meinen Bauch schleppen kann machen mir schwere Sachen auch nix aus. Als ich mir nach 4 Stunden den Rücken so verrenkte das ich nicht mehr grade laufen kann verabschiedete ich mich.

Mal wieder ein Job wäre klasse gewesen nur zahlen die grade mal sowas um 4 Euro die Stunde. Sprich ich arbeite in 2 Baumärkten und bekomme insgesammt 60 Euro im Monat. Davon verfahre ich 40 Euro in Benzin um zu den Baumärkten zu kommen, Ein Gewinn von 20 Euro. Für 20 Euro mache ich mir aber nicht den Rücken noch kaputter als er eh schon ist.

FORCHHEIM

Als ich keine Wohnung fand nahm ich das Angebot eines weiteren Pensionsbetreibers in Kauernhofen bei Forchheim war. Auch den fand ich bei Gayromeo und er bot mir ein Zimmer an das ich solange bewohnen könnte bis ich was eigenes habe.
Kauernhofen hat 500 Einwohner und jeder kennt jeden und alle kennen die Marotten des anderen. Über den Bürgermeister erzählt man sich Geschichten das er seine Angestellten nicht bezahlen kann und denen sagte sie sollen für mehrere Hundert Euro einkaufen und das über den Kindergarten als Essen für die Kinder abrechnen.
Die Ortschaft liegt oben an einem Berg der zur Langen Meile gehört. Der Wasserdruck dort war kläglich denn immer wenn ich die Dusche anstellte ging ein paar Minuten später unten in der Ortschaft eine Pumpe an die mehr Wasser nach oben befördert. Das Wasser im Bad (das ich mir mit den Gästen teilte) wurde auch nicht warm. Duschen war also nur was für richtige Männer oder geübte Camper die sich mit einem Wassertropfen den ganzen Körper waschen können. Gegenüber der Pension war eine Schnitzelmanufaktur, sprich ein Schweinestall. Wer hätte gedacht das Schnitzel vor dem fritieren mal Stuhlgang hatten. Es verging kein Tag an dem ich nicht genervt die Fenster schloß weil es stank oder ein halbes dutzend Fliegen meinten sie müssen auf meiner Hündin landen bis diese wild um sich schlägt.

Mit dem Betreiber der Pension verstand ich mich ganz gut. Ich versuchte ja bei ihm einen Job rauszuschlagen der definitiv da war. Die Pension hatte Jahrelang keine Werbung gemacht ausser ab und zu mal eine Anzeige in der Regionalzeitung. Ich machte das alles online. Ich erstellte einen Newsletterverteiler und tippte die Telefonbücher der umliegenden Städte ab. Ich erstellte ihm eine Homepage und band neue Medien, Youtube Filme und bewegte Banner ein. Ich brachte Sachen ins Rollen um die Anzahl der Gäste zu steigern.

Der Betreiber der Pension war zu der Zeit Single und auch ganz niedlich. Ich flirtete ihn manchmal an aber ich baggerte ihn nicht an weil ich in erster Linie das Zimmer wollte und nicht irgendwelche Komplikationen. Dann aber kam er mit seinem mal Ex / mal wieder Gatten zusammen. Der Betreiber hatte ihn wohl mehrmals betrogen weil die beiden sich seit 10 Jahren kennen und wie ich das höre bei Pärchen nach 10 Jahren der Sex nicht mehr so doll ist. Man ist eher befreundet. Die beiden konnten aber nicht mit und nicht ohne einander. Nach ein paar Wochen Trennung waren die beiden also wieder zusammen. Nun erzählte er aber seinem wieder-Gatten das ich dort wohnte und schwul bin und er mich von Gayromeo kennt. Der flippte dann aus und meinte mich kennenlernen zu müssen. Er mailte mich an und ich mailte zurück das ich kein Interesse habe ihn kennenzulernen. Er mailte wieder und ich mailte wieder zurück das ich nicht an den Altlasten und aggressiven Gatten (er soll mal jemanden zusammengeschlagen haben) interessiert bin. Da rastete er total aus und wies den Betreiber der Pension an mich rauszugraulen. Nun war der aber nicht in der Lage zu sagen "Bitte geh." sondern machte das Stück für Stück. Wir hatten ausgemacht das ich bei 3 Hochzeiten an 3 Wochenenden in meinem Wohnwagen schlafe weil er die Zimmer schon versprochen hatte. Als ich in den Wohnwagen zog verbrachte ich zwei Nächte umsonst auf seinem Parkplatz denn ich bekam den Schlüssel nicht zurück. Er müsse erstmal nachsehen ob die Zimmer denn schon gesäubert sind sagte er. Da die Putzfrau am Wochenende nicht arbeitet war das unwarscheinlich und ich sagte ja das ich das selber mache. Ich war also raus.
Wie ich an dem Nachmittag raus fand hat der wieder-Gatte auch alle Bedienungen angerufen und die Geschichte erzählt das ich mit dem Betreiber wilden Sex im Büro hatte. Die waren dann alle sauer auf mich und sagten das ich seine Beziehung zerstöre. Ich antwortete "Nur mal angenommen er hätte mit mir Sex gehabt, gehören dazu immer zwei und ich wusste bis vor ein paar Tagen nichtmal das es einen Exfreund gab."
Das reichte den Bedienungen aber nicht. Das ist dort eine eingeschworene Gemeinschaft und ein neuer Freund passt nicht ins Bild. In Kauernhofen ändert sich nichts! Jedenfalls erzählen das die Leute dort gerne.

REINERSDORF

Als ich dort also abfuhr verschlug es mich zu dem Schmusi / Kuschelpartner von meinem alten Englischlehrer. Der Englischlehrer wollte nichts mehr mit mir zutun haben weil ich spontan ausgezogen bin und angeblich oberflächlich geputzt hätte und mich nicht bedankt habe. Ich neige dazu mich eher durch taten als durch banales "Danke" zu bedanken. Ich hab seinen gesamten Haushalt entmüllt denn er ist Food Messy. Er bringt immer Bierflaschen in die Wohnung rauf aber weil er kein Auto hat nicht wieder zurück zum Supermarkt. Er trinkt eine ganze Menge weil er als Brite natürlich auch viel verträgt. Und er kauft immer Lebensmittel weil er denkt er hat davon nichts mehr. Er steht auf Delikatessen und Spezialitäten und kommt aber nicht dazu alles zu essen. Die älteste Dose eingelegtes Irgendwas war von 2002. Aber egal. Ich stand also vor dem Haus von den Vermietern wo der Schmusi von meinem Lehrer ein Kellerzimmer gemietet hat. Nicht ideal für ihn weil nicht Rollstuhlgerecht aber ich war jetzt ja zwei Wochen da und konnte ihn etwas unterstützen und rumfahren.
Er ist gelernter Elektriker und kann aber wegen der Muskeldistrophie nicht mehr richtig laufen. Er arbeitet in einer Behinderteneinrichtung als Aufpasser für die Elektroabteilung aber ist dank Schmerzattaken dauernd krankgeschrieben. Er verbringt also 99% des Tages vor dem Computer und vor dem Internet. Er hat viele Chatfreunde aber nicht viel Lust irgendwas sinnvolles zu machen. Wenn man mit ihm spricht guckt er einen zwar an aber tippt nebenher weiter mit seinen Chatfreunden.
Er überlegt stark ob er nach Essen zieht wo er eine Liebschaft hat. Sowas wie ich mit dem Gasthofbetreiber nur das er ihn auch liebt. Blöd nur das der Typ einen Freund hat den er nicht verlassen wird. Sonderbar ist auch sein Geschmack denn der Typ in Essen mag zwar ein netter Mensch sein aber seine Behinderung hat ihn so gestaucht das er aussieht wie ein 1m50 großer Reisekoffer mit Gesicht. Ans einer Stirn hat er dicke Blutadern die aussehen als ob er grade Stuhlgang hat und rechts an seinem Kopf ist ein Gehirnwasserventil. Wo die Liebe hinfällt.
In diesen zwei Wochen schlief ich immer im Wohnwagen und kam nur nach unten um dort den Tag am Computer zu hängen und gemeinsam zu kochen und ich musste ja irgendwo duschen und das viele gute Essen das er kochte wieder loswerden.

In den zwei Wochen schaffte ich es aber auch das die Vermieter von ihm auf mich sauer wurden. Ich sah mich als Gast und die Vermieter, ein liebes altes Ehepaar baten mich offenbar ernsthaft immer wieder Dinge zu erledigen wie mal die Treppe zu reinigen. Ich nahm das nicht für voll denn ich war sein Gast und nicht ihrer. Ich ignorierte das also vollkommen und ergab mich meinem Frust der Wohnungssuche.

Nach zwei Wochen sagte mir mein neu gewonnener Kellerfreund das ich in Halle ohne Schufa von heute auf morgen eine Wohnung bekommen könnte.

HALLE

Auf dem Rückweg nach Berlin nächtigte ich eine Nacht lang in Halle an der Saale und sah mir eine Wohnung ohne Schufa und ohne Kaution an. Ohne Kaution sind die Wohnungen dort weil die Wohnungsgesellschaften mit dem Staat zusammen arbeiten und keine Kaution nehmen dürfen. Das heißt allerdings das man wenn man Pech hat in eine ziemlich Abbruchreife Bude kommt. Aber nicht nur die Wohnung sah aus wie ein Schutthaufen sondern auch die Straßen dort sind kaputte Ost-Platte. Halle hat ja auch nicht so viele große Straßen. Die NordSüd Straße westlich und östlich der Saale und die West-Ost Verbindung die aus den Haupstraßen ein H zeichnet.

Die Nacht als ich mit meinem Kumpel dort ankam sind wir noch zu Freunden vom ihm gefahren. Einer angeblichen Lesbe, einem Arbeitslosen der es nicht auf die Reihe bringt sich zu bewerben und damit dauernd Kürzungen hinnehmen muss und einem Typen der so eine Sprachbehinderung hat das ich absolut nichts verstehen konnte. Und alle waren sie Alkoholiker. Die Herrschaften hatten auch relativ wenig Bildung und Anstand und fielen sich gegenseitig dauern ins Wort. Ein normales Gespräch konnte man dort nicht führen. Leid tat mir nur der kleine Hund der dort wohnte denn die Besitzerin war mit ihm laut eigenen Aussagen seit 5 Jahren nicht beim Arzt.
Dann ging mein Kumpel zu den Nachbarn um sie zu begrüssen und ich verblieb mit meiner Hündin in der Wohnung um dort auf ihn zu warten. Seine Bekannte dort verstand offenbar überhaupt nicht das seine Muskeldistrophie eine richtige Krankheit ist und man mit Granufink da nicht viel ausrichten kann. Auch sagte sie das die 8,- Euro für Granufink total teuer sind. Das erklärt auch warum sie sich nicht wenigstens einmal im Jahr die 50,- Euro für den Tierarzt gönnt. Sie braucht das Geld ja für Alkohol und Zigaretten.

Als mein Kumpel dann ewig nicht wieder kam und meine Hündin schon vor lauter Verzweiflung das sie da weg wollte auf den Teppich gegackt hat reichte es mir und ich machte mich los. Ich fuhr zurück zu meinem Wohnwagen und sprühte mich und meine Hündin mit Febreeze ein. Herrje hat das gestunken nachdem ich von 4 Rauchern vollgequarzt wurde. Furchtbar!

Nachdem ich eine Nacht dort verbracht hatte und am nächsten Morgen die Straßen um die Wohnung abfuhr kam ich durch lauter kleine Dörfer die ganz niedlich waren. Die Straßen waren aber alle kaputt als ob nach der Wende nichts mehr gemacht wurde. Ich fuhr zurück und wartete dringend auf meinem Kumpel der die Nacht vorher noch mit seinen Freunden ausging und besoffen bei irgend jemandem übernachtete und sich den ganzen Vormittag nicht anrufen lies. Das fand ich schon sehr traurig denn grade wenn es um Wohnen, Renovieren, Ein- Ausziehen geht braucht man zuverlässige Freunde. Und vorallem wo ich mich in Halle nicht auskenne.
Die Wohnung sah auf dem Grundriss total gut aus aber als ich reinkam hatten die Vorbesitzer verschiedene Wände rausgerissen und modifiziert. Es kam mir vor wie ein Labyrinth wo hinter jeder Ecke irgend ein Russe mit einer Kanone stehen könnte. Die Tapeten waren halb runter gerissen. Es gab keien Küchenzeile oder einen Herd wie das in Berlin in Wohnungen üblich wäre. Das Wasser war in der Wohnung abgestellt und es stank aus dem Klo. Im Bad gab es keine Kacheln sondern diese Pappe ähnlichen Rigipswände und lauter Revisionsklappen damit man an die Rohre in der Wand ran kommt. Von aussen sah man einen Balkon der aber im Gebäude nicht zur Wohnung gehört sondern ein Fluchtbalkon ist. Wenn es also im Gebäude brennt soll man über den Balkon raus springen.

Ich war total fertig mit den Nerven und versuchte noch ein dutzend mal meinen Kumpel anzurufen aber er ging bis ca. 1 nicht ans Telefon. Ich hatte die Schnauze voll und fuhr weiter nach Berlin. Als ich hier angekommen war rief er mich dann endlich zurück und wunderte sich warum ich nicht irgendwo anders was mietete. Halle ist groß sagt er. Das ändert aber nichts daran das Halle überall hässlich ist. Berlin ist wenigstens continuierlich hässlich. Da gewöhnt man sich dran. Aber Halle hat hässliche, noch hässlichere und ganz furchtbar doll hässliche Ecken.

BERLIN

In Berlin angekommen bekam ich eine SMS von dem Mann der ein Zimmer für mich hat. Ich könnte erst Sonntag einziehen. Der Vormieter braucht noch etwas mit dem Auszug. Ich stellte meinen Wohnwagen also erstmal wieder in Friedrichshain an seinen gewohnten Platz. Dort war es mir aber so langweilig und auch ein Besuch im Schwimmbad zum nackige Jungs gucken konnte mir die Langeweile nicht nehmen. Ich fuhr also weiter zum Ikea Parkplatz in Tempelhof. Dort stellte ich meinen Wohnwagen genau hinter die Ausfahrt der Autobahn. Ich bildete mir ein das es dort wegen der vielen Autoabgase etwas wärmer wäre. Dort verbrachte ich eine Nacht und schaffte meinen Wohnwagen am Samstag Nachmittag zu einem öffentlichen Parkplatz unter einer SBahn-Brücke. Ich fuhr das Gebiet um die WG fast komplett ab. Alles Parkraumbewirtschaftung. Ich finde dort also definitiv keinen kostenlosen Parkplatz. Das ist natürlich ziemliche Scheisse denn in meinem Wohnwagen ist mein gesamter Hausstand. Nichts wertvolles aber alles was ich besitze. Ich habe meinen Wohnwagen also gerne in meiner Nähe.
Die Nacht zu Sonntag versuchte ich dann dort zu schlafen. Das war echt schwer denn bis ca. 2 Uhr nachts war auf der Autobahn richtig was los. Unter mir brummte es und es machte zwoosch zwoosch bei jedem Auto. Über mir fuhr alle halbe Stunde eine SBahn vorbei ratter ratter rumpel polter. Links neben mir war die Autobahnausfahrt wo jeder Autobus klang als ein Presslufthammer im Boden bohrt. Rechts von mir die Autobahneinfahr wo wohl jeder meint er müsse das Auto oder Motorrad auf 200 bringen um auf die Autobahn fahren zu dürfen.
Nachts um 2 fuhr ich dann zu McDonalds weil mir die Ohren weh taten. Da war es angenehm leise.

Jetzt ist es Sonntag morgen und ich warte auf 12 Uhr damit ich endlich einziehen kann. Ich sitze wieder bei McDonalds und meine Hündin sitzt im Auto. Hoffentlich ist der Vormieter nachher endlich weg und hoffentlich ist der Vermieter cool drauf. Man wird es sehen....
3.10.10 16:56
 
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